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Bild "Saitenblick:guitar1.JPG"GTX35 über 30 Jahre alt, eine Imitation der ES-335. Entdeckt in einem Probenraum einer skurilen Band und eingetauscht gegen ein Banjo. Alle Kleinteile hab ich pauschal erstmal gewechselt und das gute Stück gereinigt und mit Öl einbalsamiert.
Die Schaltung war völlig unbrauchbar, alle Poti`s kratzig und Drehknöpfe fehlten auch, bis auf einen. Aber die Humbucker hatten Kraft, klangen aber dumpf und matschig. Also mussten neue her. Gibson, irgendwas bluesiges mußte es sein. Der Lack ist super erhalten und wurde schön aufpoliert.
Was es an Potiknöpfe zu bestellen gab, ist auch immer das Gleiche und es sollte anders werden. Da kam ich zurück auf ein altes Röhrentopteil mit schönen Oldstyle-Knöpfen, dezent und schwarz.
Die Poti`s in 500, statt 250kOhm getauscht und Höhenregler weggelassen, also nicht angeschlossen.
Auf Temperaturschwankungen wirkt sie völlig gelassen, ohne Verstimmungen. Nur 10er Saiten mag sie nicht, die sind zu schwach im Zug und der Hals hält da zu sehr gegen. Schade dass ich nicht ablesen kann, wann und wo sie erbaut wurde.

Bild "Saitenblick:guitar2.JPG" Dieses kleine Biest hab ich bei ebay einst entdeckt und hatte auch Glück, obwohl ich für eine Tele etwas sparen wollte, denn es sollte wenn, dann auch Fender sein. Der Reiz war aber zu groß, dieses Tele-Nachbauteil zu zerlegen.
Wie schon geahnt, steckte kein Leben in dem Brett. Wirbel wackelig, Bundstäbe nachfeilen, zwei Schrauben vom Schlagschutz im Holz überdreht - erstmal komplett zerlegen.... Tele-Tonabnehmer aus den 60ern rein und ja da war er, dieser “Twang”, wie ich ihn liebe bei Springsteen oder Keith Richard.
Poti`s auch auf 500kOhm gewechselt, obwohl man sagt 250 reichen bei Singlecoils, aber sie schlucken auch Höhen, was durch die Kapazität des angeschlossenen Kabels kommt. Man spricht dann von einem R-C-Filter, was auch nicht ganz stimmt, denn mit dem Singlecoil am Anfang ist es ein L-R-C-Filter.
Alle Lautstärke-Poti`s sollten immer einen Kondensator (meist 1nF) mit an den Schleifer gelötet bekommen, welcher verhindert, dass bei leiser drehen zuerst die Höhen verschwinden. Man experimentiert einfach.
Der Hals ist standhaft und mit dem "Update" der Hardware klingt sie richtig super und so hat man für etwa 300 Tacken ne schöne E-Gitarre.

Bild "Saitenblick:guitar3.jpg"Diese Dame hier ergatterte ich bei Thomann. Angeblich etwas herabgesetzt, wegen eines Optikfehlers in der Holzmaserung. Sieht man auch vorne drauf zwischen Tonabnehmer und Potiplatte, was mir persönlich völlig egal ist.
Harley Benton baut Gitarren, die für den kleineren Geldbeutel sehr gute Qualität aufweisen.
An der Elektrik brauch und will ich nix mehr ändern. Später muss ich die Platte so oder so öffnen, denn die einfachen Potis sind meist in offener Bauweise, so dass Staub und Luft eindringt, wodurch sie anfangen zu kratzen beim Betätigen. Völlig normal.
Halsstellung ist super und die Höhenlage der Saiten ist gut. Der Sound an einem kleinen 15Watt-Vox ist herrlich.
Etwas dreckiger als bei der schwarzen, was vielleicht daran liegen kann, dass die schwarze Tonabnehmer bekam, die zwanzig Jahre alt sind.
Und so klingt die Blonde: